Chaotische Briefwahl zur Kommunalwahl 2026 in Niederbayern

Chaotische Briefwahl zur Kommunalwahl 2026 in Niederbayern

Die Kommunalwahlen in Bayern am 8. März 2026 stehen bevor, und meine Erfahrung mit der Briefwahl in Niederbayern war ein Albtraum aus Papierbergen und bürokratischen Kuriositäten.

Briefwahl beantragt – Papierflut als Antwort

Ich habe rechtzeitig die Briefwahlunterlagen angefordert, wie es das Bayerische Staatsministerium des Innern empfiehlt: per Formular mit Name, Geburtsdatum und Adresse per Post oder E-Mail ans Wahlamt. Was ich erhielt, war ein wahrer Papierstapel – Wahlschein, mehrere riesige Stimmzettel, weißer Stimmzettelumschlag, roter Wahlbriefumschlag und Merkblatt. Die Zettel für Gemeinderat und Kreistag sind gigantisch, da sie alle Kandidatenlisten mit Kumulierungs- und Panaschierungsoptionen enthalten; sie passen nur separat gefaltet in den Umschlag.

Fehlende Parteien und merkwürdige Kandidatenlisten

Viele Parteien, die ich wählen wollte, fehlen komplett – im Landkreis Freyung-Grafenau dominieren etablierte Gruppen wie CSU, Grüne oder lokale Wählervereinigungen. Beim Bürgermeister gibt es oft nur den Amtsträger plus einen oder zwei frei wählbare Personen; absolute Mehrheit entscheidet, sonst Stichwahl. Für den Kreistag wirkt es, als gäbe es nur wenige Kandidaten pro Liste, z. B. CSU und Grüne - tatsächlich listen Parteien mehrere Kandidaten (bis zur Mandatszahl), aber in kleineren Kreisen wie Freyung-Grafenau starten Listen mit zum Teil mehr als 40 Namen, was die Zettel aufbläht.

Passt das zur Demokratie?

Bayerns System ist eine personalisierte Verhältniswahl mit offenen Listen: Wähler haben so viele Stimmen wie Mandate, können kumulieren (bis 3 x pro Person) und panaschieren – wählerfreundlich, aber komplex. Keine Sperrklausel, Sainte-Laguë-Verfahren für Sitzverteilung; es fördert Vielfalt (über 1.000 Gruppen bundesweit). Kritik an mangelnder Beteiligung gibt es, doch es ist standardkonform und nicht undemokratisch.

Nur Niederbayern oder bundesweit so?

Das Verfahren gilt einheitlich für ganz Bayern – keine regionalen Unterschiede zwischen Niederbayern, Oberbayern etc. Andere Bundesländer variieren: z. B. NRW geschlossene Listen, Baden-Württemberg 5-Jahres-Periode; Bayerns 6-Jahres-Rhythmus mit Kumulierung ist typisch freiheitlich. Solche Papierprobleme bei Briefwahlen melden sich überall, wo Listen lang sind.